Steuerungen

„Pluspunkte bei Runtime, Engineering und Integration“

„Pluspunkte bei Runtime, Engineering und Integration“

Die neueste SPS TwinCAT PLC++ von Beckhoff ist eine schnellere, sicherere und effizientere Steuerungslösung. Dr. Josef Papenfort. Produktmanager TwinCAT, schildert die vielfältigen Möglichkeiten für ­Maschinenbauer, Systemintegratoren und Entwickler. 

Herr Dr. Papenfort, Beckhoff hat eine neue Generation seiner SPS entwickelt – die TwinCAT PLC++. Was sind die zentralen Neuerungen im Vergleich zur bisherigen TwinCAT PLC? 

Wir haben zahlreiche Neuerungen implementiert, die viele neue Möglichkeiten und Features bieten, daher auch das „++“. Das sind einmal die Pluspunkte im Engineering – unsere neuste Entwicklung ermöglicht ein schnelleres und sichereres Arbeiten. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass TwinCAT PLC++ vollständig konform mit dem IEC-Standard der vierten Edition ist. Eine der Neuerungen ist die Möglichkeit der Integration in ­DevOps wie CI/CD-Pipelines (siehe Infokasten). Und last but not least ist es die Anbindung an ein KI-System  – den TwinCat CoAgent von Beckhoff. 

Welche Vorteile ergeben sich durch die Integration von TwinCAT PLC++ in das bestehende TwinCAT-Ökosystem? 

TwinCAT PLC++ gewährleistet eine noch bessere Inte­gration in unsere TwinCAT-Umgebung. Ein großer Vorteil liegt darin, dass wir die Entwicklung komplett selbst in der Hand haben und nicht auf Zulieferer angewiesen sind. Deshalb konnten wir unser umfangreiches Wissen aus 27 Jahren TwinCAT nutzen, um die TwinCAT-Komponenten optimal aufeinander abzustimmen. 

TwinCAT PLC++ ist eineinhalb Mal schneller als TwinCAT PLC. Welche konkreten Vorteile bietet die schnellere Runtime für Maschi nenbauer und Systemintegratoren? 

Die neue Generation erreicht eine Ausführungsgeschwindigkeit, die anderthalbmal schneller ist als die bisherige PLC. Bei einer optimalen Kompilierung ist TwinCAT PLC++ sogar um den Faktor drei schneller. Dadurch kann mit einer kleineren CPU die gleiche Leistung erbracht werden – das spart Kosten. Im Bereich des Engineerings, speziell für Systemintegratoren, ist es die performantere Inbetriebnahme. Die beschleunigte Verarbeitung in TwinCAT PLC++ bietet die Möglichkeit, einen umfangreicheren Maschinen-Code auszuführen oder die Maschine schneller laufen zu lassen.  

Wie kann der Performancevorteil von TwinCAT PLC++ zusätzlich genutzt werden?  

Schon die Messe SPS 2024 hat gezeigt, dass Unternehmen vermehrt ein starkes Interesse an den zahlreichen TwinCAT-Engineering-Features haben. Die durch den Performancesprung frei gewordenen Ressourcen könnten zum Beispiel für diese umfangreiche Engineering-Funktionalität genutzt werden. 

Ist TwinCAT PLC++ eine komplette Neuentwicklung oder basiert sie auf TwinCAT PLC? 

TwinCAT PLC++ ist eine komplette Neuentwicklung aus dem Hause Beckhoff. Das betrifft sowohl die Editoren als auch den Compiler und natürlich ebenso die Runtime. Die neue Generation kann aber parallel zur bisherigen PLC betrieben werden.  

Wie funktioniert das genau? 

Die zwei verschiedenen PLCs, die ihre eigenen Run­times mitbringen, können parallel zu einender existieren und blockieren sich nicht gegenseitig. Zudem sind sie in der Lage, miteinander zu kommunizieren, das heißt, sie können Prozessdaten austauschen und gegenseitig Methoden aufrufen. Dadurch ist es möglich, eine Maschine beispielsweise mit TwinCAT PLC zu betreiben und einen Teil der Steuerung durch TwinCAT PLC++ zu erweitern.  

Können die bereits verfügbaren Bibliotheken oder Tools in der TwinCAT PLC++ genutzt werden? 

Die Bibliotheken, die in bisherigen PLC vorhanden sind, stehen auch für TwinCAT PLC++ mit dem gleichen Interface zur Verfügung, ebenso wie die Tools, die wir entwickelt haben. So kann z. B. TwinCAT Scope Variablen aus beiden PLCs anzeigen und das Gleiche gilt unsere Connectivity-Produkte. 

Wie funktioniert der Umstieg von PLC auf PLC++? 

Dafür ist es notwendig, den existierenden Code zu ­konvertieren. Wir entwickeln hierfür einen in TwinCAT integrieren Konverter, mit dem sich sehr einfach PLC- in PLC++-Code umsetzen lässt.  

Autorin: Natalie Intorf, Redakteurin AMA Digital Networks GmbH 

Bilder: Natalie Intorf, Beckhoff 

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