Jubiläum
„Wir haben alles, was wir brauchen, um zu gewinnen.“
Seit vier Jahrzehnten steht Fipa für Greifertechnik mit hochwertigen Komponenten und einer gelebten Partnerschaft mit Kunden weltweit. Zum Jubiläum hat Geschäftsführer Rainer Mehrer über Erfolgsfaktoren, Herausforderungen, Zukunftspläne und die Frage, was Fipa heute und morgen ausmacht, gesprochen. Ein Interview über Werte, Wandel und unternehmerische Verantwortung.
Herr Mehrer, Glückwunsch zum 40-jährigen Bestehen von FIPA. Worin sehen Sie die entscheidenden Erfolgsfaktoren Ihres Unternehmens?
Unser größter Erfolgsfaktor sind die Menschen – unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die partnerschaftlichen Beziehungen zu unseren Kunden. FIPA steht für hochwertige Produkte, auf die man sich verlassen kann, aber vor allem auch für eine offene Unternehmenskultur. Als Familienunternehmen legen wir großen Wert auf gegenseitigen Respekt, gelebte Diversität und Verbindlichkeit. Unsere Kunden schätzen die Qualität unserer Lösungen ebenso wie unsere konsequente und schnelle Reaktion auf sich verändernde Marktbedingungen. Das alles schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Grundlage für unseren Erfolg.
Auf welche Entwicklungen sind Sie rückblickend besonders stolz?
Ein bedeutender Meilenstein war sicherlich die Einführung des Greiferbaus. Hier haben wir eine neue Geschäftsmöglichkeit identifiziert und erfolgreich umgesetzt. Insgesamt verstehen wir stetige Weiterentwicklung als essenziell – technologisch wie strategisch. Besonders stolz bin ich auch auf die internationale Präsenz: Als mittelständisches Unternehmen unsere Kunden weltweit vor Ort betreuen zu können, ist eine starke Leistung. Und nicht zuletzt haben wir ein großartiges Team mit einer gesunden Mischung aus Erfahrung und Innovationsfreude.
Wie beurteilen Sie das aktuelle Marktgeschehen – auch im Hinblick auf konjunkturelle Schwankungen?
Nach Wachstumsjahren sehen wir aktuell eine gewisse Konsolidierung. 2024 haben wir unsere Budgetziele deutlich verfehlt, für 2025 sehen wir bereits wieder positive Ansätze für mehr Wachstum. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sind aktuell nicht optimal – Stichworte wie hohe Regulierung, Energiepreise oder Fachkräftemangel beschäftigen uns sehr. Gleichzeitig sehen wir positive Impulse, insbesondere aus Nordamerika. Auch in der DACH-Region erwarten wir mittelfristig eine Trendwende, wenn auch mit moderatem Tempo. Problematisch bleibt die hohe Bürokratie in Europa – ein echtes Wachstumshemmnis.
Wenn Sie drei Wünsche an die Politik frei hätten – was würden Sie sich wünschen?
Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, eine nachhaltige Energiepolitik und gezielte Investitionen in Bildung und Ausbildung. Arbeit muss sich wieder lohnen. Deutschland kann im globalen Wettbewerb nur in einem starken Europa bestehen – und sollte bereit sein, in diesem Verbund eine Führungsrolle einzunehmen. Der Staat sollte die Wirtschaft unterstützen, nicht ersetzen. Es geht nicht darum, der bessere Unternehmer zu sein, sondern bessere Voraussetzungen für Unternehmen zu schaffen. Aber grundsätzlich haben wir alles, was wir brauchen, um zu gewinnen: Wir haben eine großartige Marke, wir haben sehr authentische, talentierte Leute und wir haben ein großartiges globales Partnernetzwerk.
Was macht aus Ihrer Sicht Unternehmen langfristig erfolgreich?
Zufriedene Mitarbeiter, ein starkes Management und konsequente Kundenorientierung sind für uns zentrale Erfolgsfaktoren. Commitment zeigt sich dabei nicht in Worten, sondern im täglichen Handeln – durch Eigenverantwortung, Verlässlichkeit und den gemeinsamen Anspruch, uns stetig weiterzuentwickeln. Wir bleiben unseren Überzeugungen treu, ohne jedem Trend zu folgen, und analysieren zugleich laufend neue Rahmenbedingungen, um Chancen frühzeitig zu erkennen und Risiken aktiv zu steuern.
Was zeichnet für Sie eine erfolgreiche Kundenbeziehung aus?
Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und gelebte Partnerschaft. Unsere Kunden schätzen unsere Schnelligkeit, Agilität und Serviceorientierung. Und sie wissen: Wir sind nicht nur Lieferant, sondern Partner und Lösungsanbieter – jemand, auf den man sich verlassen kann, auch wenn die Herausforderungen komplex sind. Unsere Haltung ist klar: Customer first. Always. Weil Kundenzufriedenheit nicht das Ziel, sondern der Maßstab ist.
Wie sichern Sie Ihre Marktposition – und wie wollen Sie weiter wachsen?
Internationalisierung bleibt ein zentraler Wachstumstreiber – wir haben uns erfolgreich in den USA etabliert und setzen durch unsere Expansion gerade erste Schritte in Großbritannien. Zudem bauen wir unser globales Partnernetzwerk weiter aus. Gleichzeitig fokussieren wir uns noch stärker auf unser Kerngeschäft und bauen unseren Servicebereich weiter aus – mit klaren Konzepten für ein unkompliziertes Kauferlebnis, sowohl bei der Produktauswahl als auch bei der Projektumsetzung.
Wie wichtig ist das Projektgeschäft im Vergleich zu Ihrem Kerngeschäft mit Komponenten?
Unser Hauptgeschäft bleiben qualitativ hochwertige Komponenten, die wir mit starker technischer Beratung und langjähriger Expertise anbieten. Das Projektgeschäft mit Greifersystemen, Flächengreifern oder ergonomischen Handhabungslösungen ist jedoch eine strategisch wichtige Ergänzung. Es unterstreicht unsere Fähigkeit, komplexe Aufgabenstellungen zu lösen – gerade wenn beim Kunden Kapazitäten fehlen oder individuelle Lösungen gefragt sind.
Gibt es Bereiche im Produktportfolio, in denen Sie noch Entwicklungspotenzial sehen?
Definitiv. Wir beobachten die Trends sehr genau – etwa in der kollaborativen Robotik, bei nachhaltigen und energieeffizienten Lösungen sowie in den Bereichen Vision Control, Condition Monitoring und KI. Unser Ziel ist es, unseren Kunden jederzeit moderne, anwendungsnahe Lösungen zu bieten – praxisnah, ohne unnötige Komplexität.
Worauf freuen Sie sich persönlich?
Geschäftlich freue ich mich darauf, Fortschritte zu machen – im Unternehmen, bei unseren Kunden und bei unseren Mitarbeitern. Es ist mir wichtig zu zeigen, dass positive Veränderungen möglich sind. Ich bin seit über 40 Jahren im Berufsleben, und meine Familie – meine Kinder und Enkelkinder – hilft mir dabei, den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren. Das ist ein guter Ausgleich.





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