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Franke setzt auf Systemlösungen und europäische Lieferketten

Franke setzt auf Systemlösungen und europäische Lieferketten

Der Maschinenbauer Franke richtet seine Strategie auf maßgeschneiderte Systemlösungen, digitale Services und widerstandsfähige Lieferketten in Europa aus. Neue Wachstumsfelder erschließt das Unternehmen unter anderem in Pharma, Medizintechnik und Defence.

Die Franke GmbH richtet ihre Strategie auf kundenspezifische Systemlösungen, digitale Dienstleistungen und eine widerstandsfähige europäische Lieferkette aus. Das familiengeführte Unternehmen will damit seine Marktposition in den Kernsegmenten Drahtwälzlager und Linearführungen stärken und neue Wachstumsfelder erschließen.

Die Bauteile fungieren als zentrale Integrationselemente in komplexen Bewegungssystemen und sollen Entwicklungs- und Implementierungsprozesse beim Kunden beschleunigen. Neben den etablierten Märkten Maschinenbau, Automation, Intralogistik und Fahrzeugbau rücken zunehmend die Pharma- und Medizintechnik in den Fokus. Zudem zählt der Defence-Bereich inzwischen zu den strategischen Wachstumsfeldern. Nach Angaben des Unternehmens erfolgen alle Aktivitäten in diesem Segment unter strengen Export- und Compliance-Vorgaben.

Drei Zukunftsthemen definieren die Strategie

Im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie stehen drei Handlungsfelder: der Ausbau kundenspezifischer Baugruppen statt einzelner Komponenten, datengetriebene und vernetzte Services sowie eine nachhaltige und resiliente Lieferkette in Europa.

Daraus leitet Franke drei Prioritäten ab: den Ausbau der Marktanteile in den Kernmärkten, die Entwicklung integrierter Systemlösungen inklusive After-Sales-Angeboten sowie die Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit interner Prozesse. Ziel sei es, schneller Mehrwert für Kunden zu schaffen, die Zufriedenheit zu erhöhen und stabile Margen zu sichern.

Reaktion auf volatile Märkte

Das wirtschaftliche Umfeld sei weiterhin von einer steigenden Nachfrage nach Automatisierung und Intralogistik sowie von schwankenden Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten geprägt. Hinzu kämen geopolitische Risiken und steigende regulatorische Anforderungen.

Zur Absicherung der Lieferketten setzt Franke auf strategische Lieferantenpartnerschaften, langfristige Beschaffungsverträge, eine breitere Aufstellung der Zulieferbasis sowie den Ausbau lokaler Fertigungskapazitäten. Das Unternehmen orientiert sich dabei an Nachhaltigkeits- und Umweltstandards sowie an Compliance-Vorgaben und Berichtspflichten wie RoHS, REACH und ESG.

Nach Unternehmensangaben stehen Transparenz, Audit-Fähigkeit und robuste Prozesse im Mittelpunkt der Lieferkettenstrategie.

Digitalisierung als Wachstumstreiber

Digitalisierung spielt sowohl in der Produktentwicklung als auch im Servicegeschäft eine zentrale Rolle. Franke setzt dabei auf digitale Zwillinge zur Produkt- und Prozessoptimierung sowie auf KI-gestützte Anwendungen im Engineering, etwa bei Designoptimierungen, Bauteilauswahl und Toleranzanalysen.

Für Kunden stehen digitale Services wie Remote-Diagnose, Condition Monitoring sowie Konfigurations- und Simulationswerkzeuge zur Verfügung. Über API-Schnittstellen lassen sich die Lösungen in bestehende ERP-, MES- und CAD/PLM-Systeme integrieren.

Mit dem Kundenportal „MeinFranke“ bietet das Unternehmen zudem digitale Funktionen rund um Bestellungen, Lieferzeiten, technische Spezifikationen, Dokumentationen und Sofortangebote an.

Nachhaltigkeit und Produktentwicklung im Blick

Nachhaltigkeit bleibt ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Franke arbeitet nach eigenen Angaben an einer energieeffizienten Produktion, nutzt Abwärme und optimiert die Lebenszyklen seiner Systeme, um Gesamtkosten und CO₂-Emissionen zu reduzieren. Nachdem die Emissionen der Bereiche Scope 1 und 2 bereits adressiert wurden, rückt nun Scope 3 stärker in den Fokus – insbesondere in Zusammenarbeit mit wichtigen Zulieferern.

Bei Produktneuheiten setzt das Unternehmen auf Hochleistungs-Wälzlager mit Direktantrieb, verbesserter Laufruhe, höherer Belastbarkeit und längeren Wartungsintervallen. Intelligente Sensorik zur Überwachung von Temperatur und Schmierstatus soll vorausschauende Wartung ermöglichen und die Anlagenverfügbarkeit erhöhen.

Auch die Linearführungen werden kontinuierlich weiterentwickelt. Verbesserte Dichtungen, geringere Reibung und modulare Montagesysteme sollen die Leistungsfähigkeit steigern.

Hoher Individualisierungsgrad

Rund 90 Prozent der Produkte entstehen kundenspezifisch. Das Unternehmen setzt dabei auf modulare Baukastensysteme, konfigurierbare Schnittstellen und standardisierte Qualitätskriterien.

Ergänzt wird das Angebot durch After-Sales-Services wie Engineering-Unterstützung, Dokumentation, Schulungen, Ersatzteilprogramme und Refurbishing. Die enge Begleitung der Kunden über den gesamten Entwicklungs- und Einsatzzyklus hinweg gilt nach Unternehmensangaben als wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells.

Für die kommenden Jahre setzt Franke auf die Verzahnung von Engineering-Kompetenz, digitaler Infrastruktur und regionaler Wertschöpfung. Eine robuste europäische Lieferkette soll kurze Reaktionszeiten sichern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken erhöhen.

Kontakt

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