Zug-/Schubkraftüberwachung

Abschaltschutz auf langen Wegen: Neues System überwacht Energiekette

Abschaltschutz auf langen Wegen: Neues System überwacht Energiekette

Ein vergessener Schraubendreher in einer Energiekette, eine verbogene Rinne, sowie Eis, Schnee und Schüttgut können an Kranen schnell zu einem Totalausfall mit hohen Kosten führen. Daher hat Igus jetzt ein neues Zug-/Schubkraftüberwachungssystem entwickelt. Das EC.PR erfasst positionsgenau die Kraftwerte des schwimmenden Mitnehmers und passt die Kraftgrenzen an. So lassen sich hohe Reparaturkosten und ein Schaden der Anlage verhindern.

Ein Anlagenausfall ist für Kranbetreiber das schlimmste Szenario. Denn oftmals schlagen nicht nur hohe Kosten für die Reparatur und Wartung, sondern vor allem auch für den Stillstand und damit für nicht produzierte Waren zu Buche. Speziell für lange Verfahrwege von Energieketten ab 150 m hat igus das EC.PR System entwickelt, welches mithilfe von Sensoren die Zug-/Schubkraft der Energiekette ermittelt und sich beim Überschreiten einer definierten Kraft automatisch abschaltet. Damit kann ein Crash der Anlage verhindert werden. Gerät zum Beispiel ein Fremdkörper in die Energiekette oder verbiegt sich die Rinne, steigt die Zug-/Schubkraft an der Position an. Das System erkennt den veränderten Wert und schaltet die Anlage aus. Mittels des neuen EC.PR Systems wird die Kraft zum Abschalten des Trolleys automatisch an die Position angepasst. Die Positionsinformationen erhält das System dabei aus Zusatzmodulen der Siemens SPS, einem OPC-UA Server, analogen oder digitalen Wegmesssystemen. Das EC.PR System lässt sich einfach in bestehende Steuerungskonzepte und Schaltschränke integrieren.

Getestet unter realen Bedingungen auf Außentestanlage

Das EC.PR System besteht aus zwei Sensoren, die miteinander kommunizieren. Ein Sensor misst die Zug-/Schubkraftmessung der Energiekette, während zum Beispiel ein digitales Wegemesssystem die exakte Position des Trolleys bzw. des Mitnehmers der Energiekette ermittelt. Dafür werden sogenannte „Beacons“ in einem 500 mm Abstand auf der Außenseite der Führungsrinne angebracht. Jeder Position und damit jedem Beacon ist dabei eine bestimmte Zug-/Schubkraft zugeordnet. Wird die zugewiesene maximale Zug-/Schubkraft einer Position überschritten, schaltet die Anlage über das EC.PR automatisch ab. Der Anwender kann den Fremdkörper aus der Energiekette entfernen, setzt das System zurück und nimmt anschließend die Anlage wieder in Betrieb. Getestet wurde das neue System bereits erfolgreich auf dem 200 m langen Außenteststand bei Igus in Köln.