Interview
Go Zero – Change your handling of industrial chain waste
Der Igus-Slogan „Go Zero!“ steht für umweltfreundliche Themen wie „ohne Schmiermittel“, „ohne Wartung“ und „ohne Abfall“. Beim Recyclingprojekt „Chainge“ geht es darum, Produkte im Kreislauf zu halten. Damit trägt Igus zu nachhaltiger Produktion und Ressourcenschonung bei. Lena Engel, Head of Business Unit chainge bei Igus, erläutert einige Details.
Frau Engel, „Go Zero – mit echten Innovationen aus Deutschland“, so ist Igus auf der Hannover Messe 2025 aufgetreten. Was steckt hinter diesem Programm und was ist das Ziel?
„Go Zero“ ist ein wichtiges Thema bei Igus und unser Slogan für Nachhaltigkeit. Das Programm umfasst mehrere Themen wie zum Beispiel „Go Zero Lubrication“ („ohne Schmiermittel“) und „Go Zero Maintenance“ („ohne Wartung“). Beim Igus-Recyclingprojekt „Chainge“ ist das Motto „Go Zero Waste“ (ohne Abfall). Mit unserem neuen Ansatz wollen wir Kunststoffabfall vermeiden, wirtschaftlich arbeiten und Produkte im Kreislauf halten.
Zum Punkt „Zero Waste“ (Null Abfall) gehört die neue E2.1 Kettenserie – die erste komplette Energiekettenserie aus recyceltem Material. Was war die Motivation hinter der Entwicklung und wie unterscheidet sich der Werkstoff igumid CGLW von seinem Vorgänger igumid GLW?
Mit unserem Projekt „Chainge“ verhindern wir, dass Energieführungsketten am Ende ihres Lebenszyklus zu Abfall werden. Nach Gebrauch holen wir sie beim Kunden ab und lassen sie recyceln, um daraus neues Material herzustellen. Auf der Hannover Messe haben wir unsere neue Kettenserie E2.1 aus dem Recyclingmaterial igumid CGLW vorgestellt. Mit igumid CGLW verwenden wir einen technischen Werkstoff, dessen Polymeranteil zu 100% aus Rezyklat besteht. Im Gegensatz dazu ist igumid GLW Neumaterial.
Wie ist der Name des Programms „Chainge“ entstanden?
Das ist ein Wortspiel und ist aus zwei Begriffen entstanden: „chain“ – Ketten und „change“ – austauschen. Das passt sehr gut zu unserem Kreislaufkonzept für technische Kunststoffprodukte.
Wie wirkt sich der Einsatz von recyceltem Material auf die mechanischen Eigenschaften der E2.1-Serie aus?
Zahlreiche Tests in unserem Labor bestätigen, dass wir nahezu die gleichen Eigenschaften wie bei neuem Kunststoff erreichen. Bei den mechanischen Eigenschaften erreichen wir etwa 96 % im Vergleich zu Neukunststoff. Das ist für die meisten Anwendungen völlig ausreichend, da die Energiekette ein Bauteil ist, welches in der Regel nicht so schnell verschleißt oder kaputtgeht. Daher können wir diese Ketten aus Recyclingmaterial mit gutem Gewissen und ohne Bedenken anbieten.
Unternehmen müssen immer mehr auf Kosten achten. Gibt es Unterschiede in der Preisgestaltung zwischen der recycelten E2.1-Serie und der aus Standardmaterial?
Wir verkaufen die Serie aus Recyclingmaterial zum gleichen Preis wie die Vorgängerversion. Da Rezyklate oft teurer sind, freuen wir uns besonders, unseren Kunden die Kette ohne Preisaufschlag anbieten zu können.
Wie verläuft der Prozess der Wiederaufbereitung des gebrauchten Kunststoffes für die Energieketten?
Aus den gesammelten Ketten müssen Leitungen jeglicher Art entfernt werden. Danach kann die Rücksendung auf der Webseite https://chainge.igus.de/ angemeldet werden – mit nur 3 Klicks. Die Logistik-Partner von Igus holen das Material ab, das ist für die Kunden sowohl in Deutschland als auch im EU-Ausland kostenlos. Danach werden die Ketten ins mechanische Recycling abgegeben. Metallkomponenten und Verunreinigungen werden entfernt, Material geschreddert und wieder zu Compound verarbeitet. Danach kaufen wir das Material wieder ein, um daraus recycelte Ketten zu produzieren.
Welche Branchen oder Anwendungen profitieren besonders von der neuen E2.1-Serie?
Das Recyclingmaterial, das wir verwenden, hat im Vergleich zu Neuwarenmaterial einen um 80 % geringeren CO₂-Fußabdruck. Diese Ersparnisse kommen allen Kundinnen und Kunden zugute, die unsere Kette verwenden – branchenunabhängig.
Weitere Informationen finden Sie unter https://chainge.igus.de/
Expertin: Lena Engel, Head of Business Unit chainge bei Igus.
Das Gespräch hat geführt: Natalie Intorf, Redakteurin und Software-Entwicklerin, AMA Digital Networks GmbH





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