Bremsen

Zwei Bremsen, eine Technologie – das perfekte Duo

Zwei Bremsen, eine Technologie – das perfekte Duo
Zwei Bremsen, eine Technologie – das perfekte Duo

Mit der Slim PM hat Kendrion eine kompakte Permanentmagnetbremse für Servomotoren mit niedrigen bis mittleren Drehmomenten auf den Markt gebracht. Die neue Baureihe richtet sich an Anwendungen in Automatisierung, Medizintechnik und Robotik. Entscheidend für OEMs ist dabei nicht nur die Bremse selbst, sondern ihr Platz im System: Slim PM und High Torque Line von Kendrion nutzen dieselbe mechanische und elektrische Schnittstelle. So lassen sich unterschiedliche Drehmomentbereiche mit einer durchgängigen Bremsentechnologie abdecken, ohne das Motordesign neu aufsetzen zu müssen. Der Kunde bezahlt nur für genau das Drehmoment, das in der jeweiligen Applikation tatsächlich benötigt wird.

In einem Markt, in dem Variantenvielfalt und Kostendruck gleichzeitig steigen, sind wirtschaftliche Bremsenkonzepte gefragt. Nach Angaben von Kendrion bewegen sich rund 70 Prozent der Servomotor-Anwendungen im Mid- und Low-Torque-Bereich. Genau dort setzt die Slim PM an. Sie ist als wirtschaftliche Lösung für volumenstarke Anwendungen ausgelegt, etwa in Automatisierungstechnik, Robotik, Fördertechnik, Werkzeug- und Verpackungsmaschinen.

Der zentrale Vorteil der Slim PM liegt dabei nicht in einem Einzelmerkmal, sondern in der Kombination aus Standardisierung, Wirtschaftlichkeit und passgenauer Auslegung. Kendrion hat den Magnetkreis der Bremse von Grund auf neu konzipiert. Daraus entstand ein Aufbau, der das Gesamtsystem vereinfacht und sowohl beim Materialeinsatz als auch im Herstellungsprozess auf Aufwand verzichtet. Das reduziert den Material- und Fertigungsaufwand. Zugleich ist die Slim PM für einen erweiterten Temperaturbereich ausgelegt und nutzt dieselbe Motorschnittstelle wie die bewährte High Torque-Permanentmagnetbremse des Unternehmens.

Bremsen-Baukasten ohne Mehraufwand erweitern

Für Servomotor-Hersteller ist genau das der zentrale Punkt. Sie können ihren Bremsen-Baukasten im Bereich niedriger und mittlerer Drehmomente erweitern, ohne zusätzlichen Mehraufwand in Konstruktion, Montage oder Dokumentation auszulösen. Statt verschiedene Bremsentechnologien parallel beherrschen zu müssen, bleibt der Motorenhersteller in einer Systemarchitektur. Das reduziert interne Aufwände und erleichtert die Skalierung ganzer Motorenfamilien. „Wir wollten eine Permanentmagnetbremse entwickeln, die sich nahtlos in bestehende Strukturen integrieren lässt“, erklärt Waldemar Schaermann, Produktmanager bei Kendrion. „Die Slim PM ist deshalb nicht als isolierte Lösung gedacht, sondern als Ergänzung zu unserer High Torque Line. Zwei Bremsen, ein System, das ist unser Ansatz“.

Ein weiterer Aspekt ist die Wettbewerbsposition europäischer Hersteller. Während im asiatischen Markt in vergleichbaren Anwendungen vielfach preiswertere Federkraftbremsen eingesetzt werden, setzt Kendrion konsequent auf Permanentmagnet-Technologie. Mit der Slim PM will das Unternehmen diese Technologie nun auch in einem Kostenrahmen anbieten, der sich bislang eher mit Federkraftbremsen realisieren ließ.

Vorgestellt wurde die Slim PM Ende 2025 auf der SPS in Nürnberg und erfuhr dort breite Resonanz. Aktuell arbeitet das Unternehmen bereits mit mehreren Kunden an der Integration der neuen Bremse, sowohl in neue Motorengenerationen als auch in bestehende Plattformen. Ein Kundenfeedback bringt das Bremsen-Konzept von Kendrion laut Waldemar Schaermann auf den Punkt: „Das sind genau die Innovationen, die wir aktuell suchen“.

Mehr Infos

Wülmser Weg 5
31855 Aerzen
DEUTSCHLAND
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