Servomotoren

„Wir machen die Vielfalt im Servomotorenmarkt beherrschbar“

Der Servomotorenmarkt wächst – doch mit ihm auch die Komplexität. Immer mehr Varianten, steigender Kostendruck und hohe Anforderungen an Effizienz und Kompaktheit stellen Motorenhersteller vor neue Herausforderungen. Mit der Permanentmagnetbremse Slim PM ergänzt Kendrion seinen Bremsen-Baukasten und verfolgt dabei einen konsequenten Systemansatz. Im Interview erklärt Waldemar Schaermann, Produktmanager bei Kendrion, wie sich Vielfalt beherrschen lässt – ohne Mehraufwand.

Herr Schaermann, der Servomotorenmarkt wächst – gleichzeitig steigt die Komplexität. Wo liegt aktuell die größte Herausforderung für Motorenhersteller?

Die größte Herausforderung ist ganz klar die Variantenvielfalt. Kunden erwarten kompakte, effiziente Motoren mit vielen Ausstattungsoptionen, gleichzeitig steigt der Kostendruck durch zunehmende Kommoditisierung. Motorenhersteller müssen heute deutlich mehr Anwendungen abdecken, dürfen aber weder bei Technik noch bei Wirtschaftlichkeit Abstriche machen. Genau hier wird Modularität zum entscheidenden Hebel.

Mit der Slim PM ergänzt Kendrion sein Portfolio. Was war der strategische Gedanke hinter dieser Entwicklung?

Uns war wichtig, keine weitere Insellösung zu schaffen. Die Slim PM ist bewusst als Ergänzung zur High Torque Line entwickelt worden. Beide Bremsen teilen sich die gleiche mechanische und elektrische Schnittstelle. Das ermöglicht es OEMs, mit einer Technologieplattform sowohl Mid- und Low-Torque- als auch High-Torque-Anwendungen abzudecken – ohne zusätzliche Komplexität im Design oder in der Montage.

Welche konkreten Vorteile bringt diese Baukastenlogik für Motorenhersteller im Alltag?

Die Vorteile sind sehr greifbar: identische Montageprozesse, weniger mechanischer und regelungstechnischer Entwicklungsaufwand und eine einheitliche Dokumentation. Vor allem bei hohen Stückzahlen wirkt sich das massiv aus. Jeder eingesparte Handgriff reduziert Kosten und erhöht die Automatisierbarkeit der Montage. Gleichzeitig bleibt der Hersteller flexibel in der Skalierung seiner Motorenfamilien.

Slim PM adressiert vor allem den Mid- und Low-Torque-Bereich. Warum ist dieses Segment so entscheidend?

Rund 70% aller Servomotorenanwendungen liegen genau in diesem Bereich. Es ist also der volumenstärkste und gleichzeitig wettbewerbsintensivste Teil des Marktes. Hier zählen kompakte Bauweise, hohe Leistungsdichte und Kostenoptimierung besonders. Mit der Slim PM vermeiden wir bewusst Überdimensionierung – die Bremse passt exakt zum benötigten Motordrehmoment und spart damit Material und Kosten.

Was unterscheidet Kendrions Ansatz von klassischen Bremsenlösungen am Markt?

Wir denken nicht vom Einzelbauteil aus, sondern vom System. Eine gute Bremse allein reicht nicht – sie muss sich nahtlos in die Applikation des Kunden integrieren lassen. Mit unserem Baukasten aus Slim PM und High Torque Line bieten wir genau das: technische Vielfalt innerhalb eines durchgängigen Systems. Das reduziert Fehlerquellen, vereinfacht die Konstruktion und verschafft OEMs echten Handlungsspielraum.

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